Ortssanierung

18 Jahre städtebauliche Sanierungsmaßnahme „Ortsmitte Letschin“

Letschin, das Herz des Oderbruchs, leuchtet nicht nur zur Adventszeit, sondern zeigt sich nach einem Veränderungsprozess von nun 18 Jahren von seiner schönsten Seite, dem ländlichen Ortsbild, welches die historischen Strukturen aufgreift und wieder erlebbar macht.
Zu Zeiten Friedrich des Großen war Letschin eine zentrale Handwerkergemeinde inmitten des überwiegend landwirtschaftlich genutzten Oderbruchs. Heute ist es eine aus 10 Ortsteilen bestehende Gemeinde mit ca. 4800 Einwohnern. Der Ortsteil Letschin, dessen Entstehung ins 13 Jh. zurückreicht, hat heute etwa 2000 Einwohner und erfüllt die zentralörtliche Funktion eines Grundzentrums in der Region.
Das heutige Ortsbild ist hauptsächlich von Besiedlungsgrundsätzen des 19. Jh. geprägt. Neben vielen ortsbildprägenden Wohngebäuden u.a. nach Plänen von C. Schüler sind der große, klare Angerbereich in der Ortsmitte, der wie ein Rückgrat oder eine grüne Lunge im Ort wirkt, die Bepflanzung des Dorfangers mit Linden und Kastanien und die Kirche am Marktplatz von K. F. Schinkel, von der nur noch der Turm als Wahrzeichen Letschins, heute „Schinkelturm“ genannt, erhalten ist, charakteristisch.
Mit dem Ziel, städtebauliche Missstände zu beheben und den Ort entsprechend seiner Funktion für die angegliederten Ortsteile zu entwickeln, begann 1994 das Verfahren der städtebaulichen Sanierung mit den vorbereitenden Untersuchungen. Die bebaute Fläche des Ortsteils Letschin und damit des Untersuchungsgebietes beträgt ca. 122 ha. Seit 1996 ist die Sanierungsatzung rechtskräftig. Das Sanierungsgebiet, welches die engere Ortsmitte umfasst, hat eine Größe von 34 ha. Die Gemeinde wird vom Bund-Land-Programm der Städtebauförderung bei der Bewältigung der folgenden Schwerpunktaufgaben unterstützt: Sicherung und Stärkung der wirtschaftlichen Grundlagen, Ausbau und Stärkung der zentralörtlichen Funktion und damit aller Einrichtungen zur Daseinsvorsorge, Verbesserung der Wohnverhältnisse, der Umweltverhältnisse und der technischen Infrastruktur.
Begleitet wird die Sanierung vom Büro für kommunale Planung und Entwicklung (BPE) in der Funktion des im Auftrag der Gemeinde Letschin tätigen Sanierungsbeauftragten. Wie im Baugesetzbuch als eine Möglichkeit vorgesehen, entlastet der Sanierungsbeauftragte für den Durchführungszeitraum der Sanierung die Gemeindeverwaltung. Die Gemeinde führt die Sanierung im sogenannten „vereinfachten Sanierungsverfahren“ durch, bei dem keine Abgaben in Form von Ausgleichsbeträgen für die Wertsteigerung der Grundstücke anfallen.
Mit dem Jahr 2012 endet die Städtebauförderung für die Vorbereitung und Durchführung des städtebaulichen Sanierungsverfahrens in Letschin.
Letschin hat ein neues Gesicht, aber mit dem Ende der Städtebauförderung ist nicht unbedingt ein Ende der Sanierung verbunden, denn es gibt noch genug Aufgaben für die Zukunft. Die Ortserneuerung ist ein permanenter Prozess, der sich der zukünftigen Entwicklung stellen muss.
Das förderrechtliche Ende der Sanierung ist ein guter Anlass zum Rückblick auf 18 Jahre Ortserneuerung und die dadurch geschaffenen Lebensqualität, das soll diesmal mit dem „Ein-Leuchten-in-Letschin“ beleuchtet werden. Die Ortserneuerung kann nur so gut gelingen, wie ihre Bürger es zulassen und sich engagieren. Wie man am neu gestalteten Ortsbild sehen kann, ist dies in hohem Maße gelungen. Die Gemeinde hat ihrer Aufgabe der Daseinsvorsorge Rechnung getragen und die Rahmenbedingungen für die Verbesserung der Lebensverhältnisse in Letschin geschaffen, dies betrifft nicht nur die komplett erneuerte Infrastruktur (öffentlicher Raum, wie Straßen, Weg und Plätze, Ver- und Entsorgungsleitungen, Energie und Medien) sondern auch die Einrichtungen für Bildung; Jugend, Kinder, Sport, Feuerwehr, Dienstleitungen, Einzelhandel etc. Das waren die Voraussetzungen dafür, dass die Bürger in Ihre Wohnhäuser investieren, das rege Vereinsleben gestalten und gerne in Letschin leben wollen und können.
Das sieht man dem Ortsbild an, es hat eine hohe Qualität, die Letschiner identifizieren sich mit ihrer Gemeinde und können stolz auf ihre enorme Leistung sein.
Auf diese Leistung der Letschiner will Kunstaktion „Ein-Leuchten-Letschin“ aufmerksam machen. Im Oderbruch haben sich schon zu DDR-Zeiten viele Künstler angesiedelt, sind dort geblieben und haben weitere Künstler nachgezogen. Mit ihren vielfältigen Aktivitäten prägen sie sowohl das lebendige kulturelle Leben als auch das Landschafts- und Ortsbild: Kunst steht an den Ufern der Oder, die jährlichen Kunst-Loosen-Tage ziehen Menschen aus allen Regionen der Mark und aus den Ballungsräumen an, das Kalenderfest in Altlewien hat sich zum attraktiven Kunstevent auf dem Lande entwickelt, Dorfbrunnen, Skulpturen und Denkmäler werten die Dörfer und Gemeinden auf. Kunst ist im Oderbruch gegenwärtig und so auch in Letschin: Der Letschiner Hahn ist das Ergebnis eines regionalen Künstlerwettbewerbes, er verkörpert das Letschiner Wappen und ist als Pendant zum Denkmal des Alten Fritz am anderen Ende des Angers ein Beschützer und Rufer am Eingang zur Ortsmitte Letschins.
Mit so vielen aktiven Menschen und einem lebendigen Dorfleben mit Hahnenfest, Denkmaltag, Adventsmarkt, Erntefest, Karneval und vielen anderen Initiativen in den zahlreichen Vereinen sind die Voraussetzungen für eine positive zukünftige Entwicklung der Gemeinde und für den Umgang mit dem demografischen Wandel allerbestens.
Sicher wird es in Zukunft neue Ideen für Kunst im öffentlichen Raum geben, die in einer so aufgeschlossenen, offenen Gemeinde bestimmt Chancen zur Realisierung haben.

Helga Holz
BPE/Sanierungsbeauftragte Letschin

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